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wohnt mit mann, zwei söhnen, katzen und hund im fernen washington. herta sollte eigentlich gerda heißen, kam aber fünf monate nach mir zur welt und meine eltern meinten für mich als januargeborenen wäre dieser vorname passender. meine mutter, die märchen insbesondere die von andersen liebte,  sah mich schon als "kleine gerda" die schneekönigin austricksend den kleinen "kai" retten. als mein vater mich ins geburtenregister des kleinen dorfes im slawischen niemandsland eintragen wollte, suchte der beamte vergeblich nach dem namen "gerda". da mein vater nicht bereit war mich "gordana" ("ist slawisch und beginnt auch mit g", so der beamte) zu nennen, blieb für mich nur eine "gertrud" übrig. und "herta" wurde "herta", denn nach g folgt h und eine "herta" enthielt die liste. sowohl meine cousine als auch ich entwicklten daher - verständlicherweise - ein recht zwiespältiges verhältnis zu unseren vornamen.   ~ schon als kleines mädchen stellte ich mich  - als gertrud - in frage ~ 

leider trennten sich unsere wege recht früh. herta wanderte mit ihren eltern in die usa aus. allerdings stehen wir seit unserer jugend in briefkontakt, den unsere eltern forcierten mit der begründung, herta soll deutsch lernen und ich englisch.   

herta ist zielgerichtet-kompromisslos - ich eher wankelmütig - doch uns verbindet fest das familienband: idealismus. die tiefe überzeugung, dass "jeder mit reinem herzen und wahrhaftem mut, die welt retten muss und kann" (o-ton großvater). ok, dies hört sich jetzt etwas pathetisch und vielleicht irgendwie "gaga" an, aber jede familie tradiert ihre eigene "verrücktheit" und dieser drang die welt retten zu müssen, wurde uns quasi in die wiege gelegt. hertas vater war ein unverbesserlicher idealist, meine mutter ebenso und ganz schlimm hatte es unseren großvater erwischt. dies hätte opa (und seiner familie) zum verhängnis werden können, als er sich mutig weigerte, bei der braunfärbung der welt mitzumachen. in seiner blauäugigen art liebte er die farbe rot, durch die - seiner meinung nach - rosige zeiten für die menschheit anbrechen würden.  doch er übersah, dass man als kritischer geist - wie er einer war - selten geduldet wird. letztendlich konnte er seinem schutzengel dankbar sein, noch einmal mit einem blauen auge davon gekommen zu sein, als man ihn wegen seiner zweifelnden worte am gerechten roten zorn als ungläubigen thomas aus der partei schmiss.  

Irgendwie schafften es herta und ich - mit dieser "erblast" - zu leben.




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